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- Lieder -

(nach Inspirationen von Hannes Wader)

- 1 -  Nun Freunde ...

Nun Freunde, lasst es mich einmal sagen:
schön ist's Euch nah zu sein, mit Euch zu geh'n
mit mancher Antwort, mit vielen Fragen
bin ich nicht gern allein; ich möcht versteh'n.

Und soll das Menschsein zu etwas taugen
Und sich entfalten mit der Zeit,
braucht's neben Denken und sücht'gen Augen
auch noch viel Raum für Zärtlichkeit.

Nun Freunde, lasst es mich einmal sagen:
schön ist's Euch nah zu sein, mit Euch zu geh'n
mit mancher Antwort, mit vielen Fragen
bin ich nicht gern allein; ich möcht versteh'n.

So mag das Miteinander wachsen,
der Blick sich dreh'n vom Ich zum Du,
wie eine Seifenblase platzen,
was uns begrenzt hat immerzu !

Nun Freunde, lasst es mich einmal sagen:
schön ist's Euch nah zu sein, mit Euch zu geh'n
mit mancher Antwort, mit vielen Fragen
bin ich nicht gern allein; ich möcht versteh'n.

Nun Freunde lasst uns gemeinsam wandern
Und seh'n was blüht am Wegesrand !
Vielleicht auch lernen: es sind die Andern,
die uns führ'n im neuen Land.

Nun Freunde, lasst es mich einmal sagen:
schön ist's Euch nah zu sein, mit Euch zu geh'n
mit mancher Antwort, mit vielen Fragen
bin ich nicht gern allein; ich möcht versteh'n.

- 2 -  Schon so lang ...

Bin auf meinem Weg,
Schon so lang.
Weder müde noch träg,
Schon so lang.
Bin erfüllt und auch leer
Hier im Süden am Meer
Bin auf meinem Weg
ohne Wiederkehr,
Schon so lang.
Hab' die Menschen geseh'n,
Schon so lang.
Ihr Kommen und Geh'n,
Schon so lang.
Seh'die Trauer, die Wut,
Seh' die Angst und den Mut.
Und was für uns alle
Das Lieben tut,
Schon so lang.
Vieles läuft auch recht quer,
Schon zu lang.
Und macht es dem schwer,
Schon so lang,
Der das Leben nicht kennt,
Weil er pausenlos rennt,
Um noch mehr zu Haben
Was MEINS er dann nennt.
Schon zu lang.
Jeder hat's ja geseh'n,
Schon so lang.
Wie Kriege entsteh'n,
Schon so lang.
Jeder weiß es auch längst,
Dass nicht reicht was Du denkst.
Es ist erst die Haltung die
Frieden schenkt.
Schon so lang.
Bin auf meinem Weg,
Schon so lang.
Weder müde noch träg,
Schon so lang.
Bin erfüllt und auch leer
Hier im Süden am Meer
Bin auf meinem Weg
ohne Wiederkehr,
Schon so lang.

- 3 -  Erst noch dies ...

Erst noch dies, Morgen das
Und ich seh' nicht mehr was
Mir der jetzige Augenblick bringt
Hab' es selbst so gewählt
Nie die Jahre gezählt
Nie bemerkt, wie das Leben verrinnt.
Manchmal träume ich schwer
Und dann fühl ich es wär'
Zeit zu leben und nun
Es ganz anders zu tun
So vergeht Jahr um Jahr
Und es ist mir längst klar
Dass nichts bleibt,
Ich nicht bleib', wie ich war
Bis man mich 'mal bemerkt
Hab' ich längst schon geklärt
Wie Normales die Lebenslust stört
Und ich genieße den Tag
Singe laut, weil ich's mag
Dass der Nachbar die Stimmungen hört.
Manchmal träume ich schwer
Und dann fühl ich es wär'
Zeit zu leben und nun
Dies ganz anders zu tun
So vergeht Jahr um Jahr
Und es ist mir längst klar
Dass nichts bleibt,
Ich nicht bleib', wie ich war
Mich fragt keiner, warum
Ich so bin, nämlich dumm
Denn das wär' für die meisten fatal
Weil es würde geschwind
Klar das fast alle so sind
Und das Sosein ist einfach normal
Manchmal träume ich schwer
Und dann fühl ich es wär'
Zeit zu leben und nun
Dies ganz anders zu tun
So vergeht Jahr um Jahr
Und es ist mir längst klar
Dass nichts bleibt,
Ich nicht bleib', wie ich war

- 4 - Hör auf Junge ...

Hör auf, Junge, lass das, es hat keinen Zweck
Du machst dir was vor, nimm die Hände weg
Es wär' dir doch gleich, läge jetzt neben dir
Ein Gummipüppchen oder sonst etwas hier
Wenn du mich berührst, meine Brust, mein Gesicht
Dann weiß ich, du merktest den Unterschied nicht
Und du brauchst mich doch nur ein paar Tage lang
Weil nichts Besseres da war, als Übergang
Zwischen der, die du noch nicht vergessen hast
Und der Nächsten, die du dann nimmst, wenn's dir passt
Doch ich spiel diese Rolle nicht, es fällt mir nicht ein
Für mich ist sie ein paar Nummern zu klein
Aus und vorbei, tu meinetwegen was du willst
Ich mache das nun nicht mehr länger mit
Mir tut nur das arme Weib schon leid
Das danach vielleicht an meine Stelle tritt
Du brauchst eine, die nichts hört und sieht
Die blind, für alles was du mit ihr treibst
Dich mit Honig übergießt und hofft
Dass du damit an ihr kleben bleibst.
Komm Junge, du machst dir was vor wenn du denkst
Dass du nur, weil ich will, dass du gehen sollst, grinst
Es wär' dir doch gleich ob du bleibst oder gehst
Und wenn du jetzt noch so protzig dastehst
Diesmal leihe ich dir meine Haare nicht
Als Handtuch für dein verschwitztes Gesicht
Und um deine Muskeln und Griffe zu sehn,
Die niemals den Augenblick richtig versteh‘n
Gebe ich diesmal mein Bett nicht mehr her
Du findest ein anderes, es ist gar nicht schwer
Ein Bett, mit Armen und Beinen darin
Die so austauschbar sind, wie ich's für dich bin
Aus und vorbei, tu meinetwegen was du willst
Ich mache das nun nicht mehr länger mit
Mir tut nur das arme Weib schon leid
Das danach vielleicht an meine Stelle tritt
Du brauchst eine, die nichts hört und sieht
Die blind, für alles was du mit ihr treibst
Dich mit Honig übergießt und hofft
Dass du damit an ihr kleben bleibst.
Ich vergesse dich, Junge, sicher nicht gleich
Doch werden mir sicher die Knie nicht mehr weich
Wenn ich dich mal treffe, vorbei ist die Zeit.
Vielleicht nach 'nem Jahr, hock' ich mich mal breit
Auf die Bank, die vor deinem Hause steht
Kämm die Haare und warte bis dein Fenster aufgeht
Und dann kannst du mich rufen und Männchen bauen
Und ich werde nicht mal zu dir rüber schau'n
Hast du deine Schau dann beendet und
Vom Kusshändchen werfen, schon Schaum vor dem Mund
Dann heb‘ ich mich langsam von meinem Platz
Und entferne mich ruhig ganz ohne Hast
Aus und vorbei, tu meinetwegen was du willst
Ich mache das nun nicht mehr länger mit
Mir tut nur das arme Weib schon leid
Das danach vielleicht an meine Stelle tritt
Du brauchst eine, die nicht hört und sieht
Die blind, für alles was du mit ihr treibst
Dich mit Honig übergießt und hofft
Dass du damit an ihr kleben bleibst.

copyright :  gregor zimmermann  2017