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- Einsichten -

- 1 -

Wenn Fische aus dem Wasser genommen werden,
sterben sie meistens recht bald.
Erstaunlich ist, dass Menschen,
die keine Zärtlichkeit und keine
Berührung kennen oder zulassen,
noch länger weiterleben.
Oder aber den eigenen Tod nicht bemerken.
Zärtlichkeit und Berührung sind ein
tiefes Grundbedürfnis jedes Menschen,
so wie das Wasser für die Fische.
Doch anders als Fische schaffen es Menschen,
sich intensiv einer Illusion hinzugeben,
die den Verlust der Lebendigkeit
weitreichend vergessen macht.

- 2 -

Es war sicherlich leichter
die eigene Freiheit zu kennen und zu schützen,
vielleicht auch für sie zu kämpfen,
als wir noch die Diktatoren
und die Gefängnisse kannten.
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Heute wird kaum einem mehr klar,
wie Begrenzung, Folgsamkeit und Zwang
sich uns illusionär als Freiheit darstellen;
der Diktator und die Gefängnisse bleiben perfekt
im Verborgenen.

- 3 -

Als ich meine Kinder
mit ihrer Geburt in diese Welt
das erste Mal sah, da wusste ich noch nicht,
dass ich jetzt meinen größten Lehrern
begegnet bin.
 Immerhin habe ich mein Bestes getan,
ihnen nicht die "Flügel" zu stutzen
oder das Rückgrat zu beugen.
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Heute sehe mit Erschrecken
zum Beispiel den 13-jährigen Knaben
am Nachbartisch im Cafe, dem seine
Mutter von der Seite Kuchen in den Mund schiebt,
während er gebannt auf sein Smartphone schaut
und nur sehr kleine Bewegungen mit 4 von 10 Fingern macht.
Sein Vater und die beiden älteren Schwestern tun das Gleiche.
Es scheint, als ob wenigstens das Öffnen des Mundes
und die Gier etwas zu verschlingen
nicht von den Hightech Geräten blockiert wird.

- 4 -

„Bist du noch bei Sinnen ?“
diese Frage wird manchmal gestellt,
wenn jemand ausrastet oder sich verrückt benimmt.
(und sie oder er werden durchaus mit „Ja !“ antworten.
Würde diese Frage jedem gestellt
– und auch gehört und verstanden werden –
müssten ehrlicherweise die allermeisten
mit „Nein“ antworten.
Denn Sinn und Sinnlichkeit
spielen dort nur noch eine unbedeutende
und zu vermeidende Rolle, wo es um
“ Weiterkommen, Erfolg, Karriere und Glück“ geht,
auch dort, wo Konsum, Leistung, Absicherung
und Angst und Wut den Ton angeben.
Ganz zu schweigen von der Abhängigkeit
durch virtuelle Scheinwelten, die mit smarten Geräten
und gigantischen Communities das
„Sinnen-lose“ bzw. Sinnverlorene
als höchste Befriedigung vorgaukeln.

- 5 -

Wenn wir aufhören, die Macht
an andere oder anderes abzugeben,
erliegen wir nicht mehr der Illusion,
andere könnten uns frei machen.
Wenn wir aufhören,
anderen die Verantwortung
für unser Glück, unsere Zufriedenheit
und Gesundheit zuzuschieben,
befreien wir uns von dem Irrglauben,
wir seien unvollständig und bedürftig.

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Es gibt Menschen,
die strengen sich so sehr an
und verbrauchen all ihre Lebenskraft,
um auf der (Kariere-)Leiter höher zu kommen.
Viele merken erst kurz vor
dem Abschied vom Menschsein,
dass die Leiter am falschen
Gebäude stand.

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Je weniger man sich versteht,
um so länger hält man durch!

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Verbote fördern die Kreativität…
(bei gesunden Kindern zumindest)

copyright :  gregor zimmermann  2017